Querschnittswerte
Die Koordinaten der Querschnittseckpunkte
sind in der blichen Art positiv definiert. Das bedeutet, Y wird nach rechts,
Z nach oben positiv gezhlt. Dieses Koordinatensystem wird hier als "globales
Koordinatensystem" bezeichnet. Der Ursprung diese Y-Z-Koordinatensystems
ist an der uersten linken und an der untersten Kante des Querschnittes
festzulegen. Es wird spter ein zweites, lokales y-z-Koordinatensystem definiert,
dessen Achsen den hier definierten engegengesetzt definiert sind. Dies ist
darin begrndet, da die Durchbiegung nach unten positiv definiert wird.
Der hier betrachtete Querschnitt hat
die Form zweier nebeneinander stehender T's, wie im folgenden Bild dargestellt.
Hier sind auch die globalen Y-Z-Koordinaten eingetragen.

Die Abmessungen des Querschnittes sind
> |
a:=2/3:b:=1/6:d:=4/3:e:=9/10:f:=1/4:
|
Damit sind die Eckpunkte
> |
EP:=[[0,e],[a,e],[a,0],[a+b,0],[a+b,e],[a+b+d,e],[a+b+d,0],[a+b+d+b,0],[a+b+d+b,e],[a+b+d+b+a,e],[a+b+d+b+a,e+f],[0,e+f]]:
|
Mit der Funktion querschnitt und dem
Steuerword plot wird die Eingabe grafisch berprft, dabei wird der Querschnitt
als Polygon eingegeben.
> |
querschnitt('plot','polygon',EP);
|
In dieser Darstellung sind die globalen
Koordinaten mittels des Maple-Koordinatensystems gezeichnet, die lokalen
Koordinaten, auf die sich die unten berechnete Lsung bezieht, sind mit
grnen Pfeilen eingetragen. Das lokale Koordinatensystem hat seinen Ursprung
im Schwerpunkt des Querschnittes.
Alternativ kann der Querschnitt auch
als Zusammensetzung einfacher Querschnittsteile betrachtet werden:
Groes Rechteck (Index 1)
> |
R1:=['rechteck',a+b+d+b+a,e+f];
|
Kleines ueres Rechteck (Indizes 2
und 3)
Kleines mittleres Rechteck (Index 4)
Damit ist die Liste der Teilquerschnitte:
Position der Rechtecke bezogen auf
den Punkt Origin :
> |
Oy[3]:=a+b+d+b:Oz[3]:=0:
|
Die Koordinaten werden als Liste zusammengefat
> |
Oy:=[seq(Oy[i],i=1..4)];
|
> |
Oz:=[seq(Oz[i],i=1..4)];
|
Das groe Rechteck ist eine zu groe
Flche, von dem die kleinen abgezogen werden mssen. Die Liste L ist damit:
Auch hier wird berprft, ob die Eingabe
korrekt ist
> |
querschnitt('plot',P,Oy,Oz,Lst);
|
Die Querschnittswerte werden mit der
Funktion querschnitt berechnet
> |
QS:=querschnitt('calc','polygon',EP):
|
Hieraus wird die Querschnittsflche
extrahiert
und die Y-Koordinate des Schwerpunktes
in globalen Koordinaten
Genauso die Z-Koordinate des Schwerpunktes
in globalen Koordinaten
Das Flchentrgheitsmoment um die lokale
y-Achse ist
Das Flchentrgheitsmoment um die z-Achse
ist (wird fr die folgenden Zusatzbetrachtungen bentigt)
Hier verhilft die Maplefunktion expand
zu einer krzeren Darstellung des Ausdruckes. (Man erkennt hier, da "simplify"
und expand" im "Maple"-Sinne nicht unbedingt das Resultat ergeben, das man
aus dem jeweiligen Wort erwarten wrde).
Zur Veranschaulichung werden einige
Betrachtungen zu unterschiedlichen Querschnittsformen aufgestellt:
1. Weche Dicke mte ein Rechteck haben,
welches das gleiche Flchentrgheitsmoment um die y-Achse hat und genauso
breit wie der gegebene Querschnitt ist?
Fr ein Rechteck der Hhe H und der
Breite
ergeben sich die Querschnittswerte
> |
QSr:=querschnitt('calc','rechteck',B,H);
|
Die Flchentrgheitsmomente der beiden
Querschnitte um die y-Achse werden verglichen
Selbstverstndlich kommt hier nur reelle
Lsung grer Null in Frage, damit folgt (in Fliekommadarstellung):
> |
Lsg:=evalf(solve({V,H>0},H));
|
Das Rechteck wird grafisch dargestellt:
> |
querschnitt('plot','rechteck',B,H);
|
Die Querschnittsflche des Rechteckes
ist
Dieses Recheck hat eine erheblich grere
Flche und damit einen hheren Materialbedarf und ein greres Gewicht als
der Ausgangsquerschnitt.
2. Welches I-Profil hat die gleichen
Flchentrgheitsmomente um die y- und die z-Achse und die gleiche Flche
wie der gegebene Querschnitt, wenn der I-Querschnitt identische Blechdicken
bei Flansch und Steg hat?
Fr den I-Querschnitt gilt
> |
QSI:=querschnitt('calc',Iprofil,B,H,t,t);
|
Die betreffenden Querschnittswerte
sind
Insgesamt gibt es drei unbekannte Gren,
dazu gibt es nun drei Bedingungen:
Es ist ersichtlich, da dieses Gleichungssystem
eine Vielzahl an Lsungen haben wird. Mit dem Maple-Kommando solve wird
man diese in einer nicht gerde bersichtlichen Form erhalten. Deshalb sind
einige Vorausberlegungen uerst sinnvoll.
Als Nebenbedingung gilt, da die Werte
fr B, H und t grer Null sein mssen:
Weiter sind nur Lsungen sinnvoll,
wenn die Breite des Querschnittes grer als die Stegstrke und die Hhe
grer als die doppelte Flanschstrke ist:
Die Lsung lautet
> |
Lsg:=evalf(solve({B1,B2,B3,N1,N2,N3,N4,N5},{B,H,t}));
|
Damit bleibt letzlich eine einzige
Lsung brig. Dieser Querschnitt wird hier dargestellt
> |
querschnitt('plot',Iprofil,B,H,t,t);
|
Nun wird wieder der gegebene Querschnitt
betrachtet:
> |
querschnitt('plot','polygon',EP);
|
Der Balken ist aus Beton mit dem E-Modul
(in N/m)
Im folgenden wird nun die Verformung
des Balkens unter einer Belastung betrachtet. Fr die Biegesteifigkeit um
die y-Achse ergibt sich
Berechnung der Balkenverformung,
der Schnittkrfte und verschiedener Einflulinien fr einen Einfeldtrger
Zunchst wird die folgende Situation
betrachtet: Der Balken ist beidseitig gelenkig gelagert und hat zwischen
den Auflagern die Lnge L. Eine Einzellast F greift im Abstand xF vom linken
Balkenende aus an. Schubdeformationen werden nicht bercksichtigt. Um das
System lsen zu knnen, mssen geeignete Randbedingungen formuliert werden.
Das linke Balkenende (x=0) ist unverschieblich
in vertikaler Richtung und frei drehbar. Damit gilt:
Die gleichen Bedingungen gelten fr
das rechte Balkenende (x=L):
Die Lsung wird mit der Funktion balken
mit typ=3 berechnet:
> |
dfrm:=balken(3,x,F,xF,EI,[RB1,RB2,RB3,RB4]):
|
Die Durchbiegung des Balkens ist
> |
biegelinie:=simplify(dfrm[1]);
|
In dieser allgemeinen Form ist dieses
Ergebnis recht unbersichtlich, deshalb ist hier die grafische Darstellung
anhand von Zahlenbeispielen sinnvoll.
Die Lnge des Trgers sei (in m)
und die Belastung (in N)
Fr fnf Positionen von F sind im folgenden
Bild die Biegelinien dargestellt. Dabei ist zu beachten: Hier positiv dargestellte
Verschiebungen sind in Realitt nach unten gerichtet.
> |
x1:=L/10:x2:=L/5:x3:=L/3:x4:=L/2:x5:=2*L/3:
|
> |
P1:=plot(subs(xF=x1,biegelinie),x=0..L,color=red,
thickness=3): |
> |
P2:=plot(subs(xF=x2,biegelinie),x=0..L,color=green,
thickness=3): |
> |
P3:=plot(subs(xF=x3,biegelinie),x=0..L,color=blue,
thickness=3): |
> |
P4:=plot(subs(xF=x4,biegelinie),x=0..L,color=magenta,
thickness=3): |
> |
P5:=plot(subs(xF=x5,biegelinie),x=0..L,color=brown,
thickness=3): |
Zur besseren bersicht wird jeweils
die Position der Kraft gekennzeichnet durch eine vertikale Linie der entsprechenden
Farbe
> |
PF1:=curve([[x1,0],[x1,subs({xF=x1,x=x1},biegelinie)]],color=red):
|
> |
PF2:=curve([[x2,0],[x2,subs({xF=x2,x=x2},biegelinie)]],color=green):
|
> |
PF3:=curve([[x3,0],[x3,subs({xF=x3,x=x3},biegelinie)]],color=blue):
|
> |
PF4:=curve([[x4,0],[x4,subs({xF=x4,x=x4},biegelinie)]],color=magenta):
|
> |
PF5:=curve([[x5,0],[x5,subs({xF=x5,x=x5},biegelinie)]],color=brown):
|
> |
display({P1,P2,P3,P4,P5,PF1,PF2,PF3,PF4,PF5},title="Biegelinie");
|
Diese Funktion lt sich nutzen, um
Einflulinien zu berechnen. Als Beispiel wird hier die Einflulinie fr
das Schnittmoment in Balkenmitte in Abhngigkeit von der Position von F
betrachtet. Die Momentenlienie ist in Abhngigkeit von x und xF:
Das Moment in Balkenmitte ist in Abhngigkeit
von der Position xF der Kraft F:
> |
ELM:=simplify(subs(x=L/2,My));
|
Und in grafischer Darstellung
> |
plot(ELM,xF=0..L,thickness=3,
title="Einflulinie My(x=L/2)"); |
Als Vergleich wird die Situation betrachtet,
wenn der Balken auf beiden Seiten eingespannt ist. Die Randbedingungen sind
dann
Die Lsung wird wieder mit der Funktion
balken berechnet:
> |
dfrm:=balken(3,x,F,xF,EI,[RB1,RB2,RB3,RB4]):
|
Die Durchbiegung des Balkens ist wieder
genauso unbersichtlich wie vorher
> |
biegelinie:=simplify(dfrm[1]);
|
Fr die oben definierten fnf Positionen
von F sind im folgenden Bild die Biegelinien dargestellt.
> |
P1:=plot(subs(xF=x1,biegelinie),x=0..L,color=red,
thickness=3): |
> |
P2:=plot(subs(xF=x2,biegelinie),x=0..L,color=green,
thickness=3): |
> |
P3:=plot(subs(xF=x3,biegelinie),x=0..L,color=blue,
thickness=3): |
> |
P4:=plot(subs(xF=x4,biegelinie),x=0..L,color=magenta,
thickness=3): |
> |
P5:=plot(subs(xF=x5,biegelinie),x=0..L,color=brown,
thickness=3): |
Zur besseren bersicht wird jeweils
die Position der Kraft gekennzeichnet durch eine vertikale Linie der entsprechenden
Farbe
> |
PF1:=curve([[x1,0],[x1,subs({xF=x1,x=x1},biegelinie)]],color=red):
|
> |
PF2:=curve([[x2,0],[x2,subs({xF=x2,x=x2},biegelinie)]],color=green):
|
> |
PF3:=curve([[x3,0],[x3,subs({xF=x3,x=x3},biegelinie)]],color=blue):
|
> |
PF4:=curve([[x4,0],[x4,subs({xF=x4,x=x4},biegelinie)]],color=magenta):
|
> |
PF5:=curve([[x5,0],[x5,subs({xF=x5,x=x5},biegelinie)]],color=brown):
|
> |
display({P1,P2,P3,P4,P5,PF1,PF2,PF3,PF4,PF5},title="Biegelinie");
|
Es wird wieder die Einflulinie fr
das Schnittmoment in Balkenmitte in Abhngigkeit von der Position von F
berechnet. Die Momentenlienie ist in Abhngigkeit von x und xF:
Das Moment in Balkenmitte ist in Abhngigkeit
von der Position xF der Kraft F:
> |
ELM:=simplify(subs(x=L/2,My));
|
Und in grafischer Darstellung
> |
plot(ELM,xF=0..L,thickness=3,
title="Einflulinie My(x=L/2)"); |
Die Einflulinie fr das Einspannmoment
am linken Balkenende wird in Abhngigkeit von der Position von F berechnet.
> |
ELM:=simplify(subs(x=0,My));
|
Und in grafischer Darstellung
> |
plot(ELM,xF=0..L,thickness=3,
title="Einflulinie M(x=0)"); |
Genauso lassen sich Einflulinien fr
Verformungen berechnen. Betrachtet sei die Verdrehung des Balkens bei x=L/3:
> |
phi:=simplify(dfrm[2]):
|
> |
ELphi:=simplify(subs(x=L/3,phi));
|
In der Grafik ist die Verdrehung des
Balkens bei x=L/3 infolge einer Last F an vernderlicher Position zu sehen.
Die variable Gre ist hier also nicht die Position, an der die Verschiebung
betrachtet wird, sondern die Postion der Last.
> |
plot(ELphi,xF=0..L,thickness=3,
title="Einflulinie phi(x=L/3))"); |
Jetzt wird wieder der beidseitig gelenkig
gelagerte Balken betrachtet
Es wird berechnet, wie sich der Balken
infolge von seinem Eigengewicht durchbiegt. Mit einer Dichte (in kg/m)
und einer Erdbeschleunigung (in m/s)
ergibt sich eine Belastung (in N/m)
Damit wird die Durchbiegung berechnet
mit der Funktion balken mit typ=1:
> |
dfrm:=balken(1,x,q,EI,[RB1,RB2,RB3,RB4]);
|
Aufgrund der Stetigkeit der Eingabegren
ist auch das Ergebnis im Vergleich zum vorher betrachteten Fall wesentlich
bersichtlicher. Die Durchbiegung ist nun
Dieses Ergebnis wird auch grafisch
dargestellt:
> |
plot(biegelinie,x=0..L,color=red,
thickness=3, title="Biegelinie"); |
Die maximale Durchbiegung infolge Eigenlast
ist
> |
evalf(maximize(biegelinie,x=0..L,location)[2]);
|
Spannungsberechnung
Fr diesen Fall werde jetzt die Biegenormalspannungen
im Balken betrachtet. (Irregularitten in den Randbereichen werden nicht
nher untersucht).
Die maximale z-Koordinate des Querschnittes
ist (in Bezug auf das lokale Koordinatensystem) die Entfernung des Schwrpunktes
zum untersten Rand des Querschnittes. Aus dem obigen Bild folgt
Die minimale z-Koordinate ist der Abstand
des obersten Randes zum Schwerpunkt. Unter Beachtung des Vorzeichens folgt:
Die Biegenormalspannung ergibt sich
damit in Abhngigkeit von der Position in Balkenlngsrichtung x und der
Position z innerhalb des Querschnittes mit dem Biegemoment
zu
> |
sigma(x,z):=simplify(My/EI*z);
|
Die Spannungsverteilung ist hier unabhngig
von der y-Richtung. Die Spannungsverteilung wird hier grafisch dargestellt:
> |
plot3d(sigma(x,z),x=0..L,z=zmin..zmax,
axes=boxed, shading=ZHUE, title="Biegespannung", style=PATCHCONTOUR,
orientation=[-90,-180]); |
Die maximale Spannung ist (in N/m)
> |
s[max]:=evalf(maximize(sigma(x,z),x=0..L,z=zmin..zmax,location)[2]);
|
Umgerechnet in N/mm ergibt sich als
maximale Zugspannung
Selbstverstndlich kann Beton alleine
diese Zugspannungen nicht aufnehmen. Es wrde im Realfall deshalb Stahlbeton
zum Einsatz kommen.
Die minimale Spannung ist (in N/m)
> |
s[min]:=evalf(minimize(sigma(x,z),x=0..L,z=zmin..zmax,location)[2]);
|
Umgerechnet in N/mm folgt fr die
extremale Druckspannung
Diese Spannungen knnen durch die entsprechende
Betongte durchaus aufgenommen werden